Viehscheid - Festlicher Abschluss eines arbeitsreichen Sommers

Im Frühsommer beginnt für das Allgäuer Jungvieh und teilweise auch Milchvieh der Bergsommer. Sie ziehen mit ihren Hirten für etwa hundert Tage in die Hochlagen der Allgäuer Berge. Dort erwartet sie kraftvolles Futter und frische Bergluft. Aber nicht nur das, denn die Allgäuer Alpwirtschaft sichert und pflegt gleichzeitig eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft: Natur- und Landschaftspflege auf vier Beinen. Im September kehren dann die rund 30.000 Rinder von den Bergweiden der Allgäuer Alpen zurück ins Tal. Dort werden sie von ihren Bauern und unzähligen Gästen erwartet. Zusammen wird der erfolgreiche Bergsommer mit einem Volksfest gefeiert. Die Hirtenarbeit wirkt nur auf den ersten Blick romantisch. Neben der Sorge und Pflege der Tiere werden vielfach Butter und Käse in mühevoller Handarbeit hergestellt. Die Arbeitstage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sind lang und hart. Und mit dem Anspruch verbunden, alle anvertrauten Tiere im Herbst gesund und kräftig an ihre Eigentümer zurückzugeben. Dazu ziehen Hirte und Herde rechtzeitig, bevor der erste Schnee in die Hochlagen einzieht, in der zweiten Septemberhälfte wieder hinab ins Tal. Es versteht sich fast von selbst, dass die mit Glocken- und Schellenklang ankommenden Tiere dort gebührend gefeiert werden und das schon seit 1000 Jahren.         

 

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